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Die wichtigsten Psychotherapiemethoden in Deutschland

Bei der Entwicklung neuer, fortschrittlicher und effektiver Psychotherapiemethoden bleibt die Zeit nicht stehen. In den letzten Jahrzehnten bemühte sich der Gemeinsame Bundesausschuss Psychotherapie (früher der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie), den Anforderungen bei der Anerkennung neuer und moderner Therapiemethoden gerecht zu werden. Auch das Bundesgesundheitsministerium zeigte im Rahmen diverser Jahrhundertreformen Verständnis, dass eine bedarfsgerechte psychotherapeutische Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden muss.

Die in Deutschland angewandten Psychotherapiemethoden decken dabei die anerkannten Regelverfahren ab.

Die „Mutter aller Therapiemethoden“, die Psychoanalyse, wird auch heute noch erfolgreich praktiziert, obwohl sie inzwischen nur noch eine von vielen Therapiemethoden ist. Seit Sigmund Freud hat sich in der Psychotherapie jedoch vieles verändert. Dies ist auf die kontinuierliche Weiterentwicklung und das Eintreten neuer, innovativer Ansätze zurückzuführen.

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Verhaltenstherapie: Effektive Methoden zur Veränderung von Verhalten

Der Begriff „Verhaltenstherapie“ steht für eine Vielzahl von Verfahren innerhalb der Psychotherapie. Dabei liegt der Schwerpunkt dieser Therapie darauf, dem Patienten zu helfen, wieder mit seinem Leben zurechtzukommen. In der Zusammenarbeit mit dem Therapeuten soll der Patient lernen, sich selbst zu helfen und aktiv Lösungen für seine Probleme zu finden.

Das Ziel der Verhaltenstherapie ist es, das menschliche Leid zu lindern und die Handlungsfähigkeit des Patienten zu verbessern. Hierbei werden dem Patienten Fähigkeiten vermittelt, die seine Lebensqualität langfristig steigern sollen. Es wird davon ausgegangen, dass Verhaltensweisen erlernt und auch wieder verlernt werden können, ohne dabei ererbte Faktoren zu vernachlässigen. Problematisches Verhalten wird vorrangig als Reaktion auf durch Erlebnisse initiierte Lernprozesse betrachtet. Vereinfacht ausgedrückt: Wenn der Patient neue, gesündere Verhaltensmuster erlernt, kann die „Störung“ verschwinden. Dies ist jedoch eine theoretische Annahme, da der Behandlungserfolg von Fall zu Fall variieren kann.

Es ist dabei nicht zwingend erforderlich, die Ursachen des Problems vollständig zu ergründen. In vielen Fällen ist eine „Behebung“ von „Störungen“ auch ohne eine vollständige Ursachenanalyse möglich. Der Fokus liegt vielmehr auf der Veränderung von Verhalten und der Verbesserung der Lebensqualität.

Verhaltenstherapeutische Verfahren gehören zu den anerkannten und von den Krankenkassen bezahlten Regelverfahren in der Psychotherapie.

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Tiefenpsychologische Verfahren: Einblick in unbewusste Prozesse

Tiefenpsychologische Verfahren beruhen auf der Annahme, dass unbewusste seelische Vorgänge das menschliche Verhalten und Erleben in erheblichem Maße beeinflussen. Die Wurzeln dieser Verfahren liegen in der Psychoanalyse von Sigmund Freud.

Im Laufe der Jahrzehnten entstanden verschiedene Richtungen innerhalb der tiefenpsychologischen Therapie. Allen gemein ist jedoch die Vorstellung, dass das bewusste Verhalten und Erleben von Prozessen der Triebregulation und Konfliktverarbeitung gesteuert wird, die im Unterbewusstsein ablaufen. Diese inneren Konflikte führen zu Symptomen, die Rückschlüsse auf die zugrunde liegenden psychodynamischen Prozesse erlauben. Daher werden in der Therapie diese Konflikte bearbeitet, um langfristige Veränderungen zu bewirken.

Ein zentraler Bestandteil der tiefenpsychologischen Ansätze ist die Bedeutung der frühkindlichen Entwicklung. Es wird in den tiefenpsychologischen Erklärungsmodellen davon ausgegangen, dass frühkindliche Erfahrungen eine zentrale Rolle bei der Entstehung der späteren Persönlichkeit und von psychischen „Störungen“ spielen können.

Weitere Beispiele tiefenpsychologischer Ansätze:

  • Hypnosepsychotherapie *
  • Tiefenpsychologische Familientherapie
  • Katathym-Imaginative Psychotherapie
  • Transaktionsanalytische Psychotherapie **
  • Dynamische Gruppenpsychotherapie **
  • Autogene Psychotherapie **

* In Deutschland nur für Erwachsene anerkannt
** In Deutschland in Gegensatz zu den anderen europäischen Ländern nicht anerkannt.

Systemische Therapie: Der Mensch im Kontext seines Umfelds

Die systemischen Verfahren betrachten das soziale Umfeld des Individuums – sei es die Familie, der Freundes-, Bekannten- oder Kollegenkreis – sowohl als Ressource für die Entwicklung von Stärken und Fähigkeiten als auch als Ursprung für Verhaltensauffälligkeiten. Wenn bei einem Mitglied des Systems soziale oder psychische Auffälligkeiten auftreten, wird es als „Symptomträger“ für Probleme im gesamten System angesehen.

In der Systemischen Therapie wird nicht von „Störungen“ oder „psychischen Krankheiten“ gesprochen, sondern es wird eine ressourcen- und lösungsorientierte Perspektive eingenommen. Diese konstruktive Betrachtungsweise steht im Gegensatz zur Störungs- und Krankheitsorientierung, die das deutsche Gesundheitssystem prägt. Auffälligkeiten werden daher nicht als Krankheiten betrachtet, sondern als Reaktionen auf ungelöste Probleme oder übermäßige Anforderungen.

Erst nachdem mehr als 80 Studien zur Wirksamkeit der systemischen Therapieverfahren veröffentlicht wurden, wurde diese Methode am 14. Dezember 2008 auch in Deutschland vom Gemeinsamen Bundesausschuss Psychotherapie als wirksam anerkannt. Diese Anerkennung erfolgte jedoch Jahrzehnte später als in anderen europäischen Ländern und den USA. Seitdem hat sich die Systemische Therapie in vielen Fällen als kostengünstige Methode mit langfristig positiven Ergebnissen bewährt.

Systemische Verfahren sind inzwischen für Erwachsene anerkannt, werden jedoch bislang nicht von den Krankenkassen übernommen.


Weitere Psychotherapiemethoden

Das deutsche Gesundheitssystem reagiert bei der Anerkennung neuer Psychotherapiemethoden sowie der Zulassung von Psychotherapeuten vergleichsweise langsam im internationalen Vergleich, insbesondere im Vergleich zu anderen europäischen Ländern und den USA. Das Gesundheitssystem in Deutschland wird oft als bürokratisch und wirtschaftlich orientiert wahrgenommen, was zu Verzögerungen bei der Einführung neuer Therapieverfahren führt. Diese langsame Reaktionsfähigkeit zeigt sich insbesondere in der späten Integration innovativer Therapieansätze.

In der Vergangenheit wurden insbesondere humanistische und integrative Verfahren langsamer anerkannt und integriert:

  • Logotherapie und Existenzanalyse **
  • Gestalttherapie **
  • Gesprächspsychotherapie (auch GT oder Klientenzentrierte Therapie oder Personzentrierte Psychotherapie) *
  • Psychodrama **
  • Integrative Therapie **
  • Kombinatorische Verfahren **

Diese humanistischen und integrativen Therapieansätze bieten wertvolle Alternativen zu den etablierten Methoden und finden zunehmend Anerkennung in der therapeutischen Praxis.

* In Deutschland nur für Erwachsene anerkannt, nicht von den Krankenkassen bezahlt.
** In Deutschland in Gegensatz zu den anderen europäischen Ländern nicht anerkannt.


Häufige Fragen zur Therapiemethoden

In Deutschland sind Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Psychoanalyse als Regelverfahren anerkannt. Diese Methoden sind wissenschaftlich geprüft und werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Welche Psychotherapie geeignet ist, hängt von den individuellen Beschwerden, Zielen und der Lebenssituation ab. In einem psychotherapeutischen Erstgespräch wird gemeinsam geklärt, welcher Ansatz sinnvoll sein kann.
Die Verhaltenstherapie ist eine wissenschaftlich fundierte Psychotherapiemethode. Sie unterstützt dabei, belastende Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster zu verändern und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Ja. Verhaltenstherapie gehört zu den anerkannten Psychotherapieverfahren und wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sofern die formalen Voraussetzungen erfüllt sind.
Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie geht davon aus, dass unbewusste innere Konflikte das aktuelle Erleben beeinflussen. Ziel ist es, diese Zusammenhänge zu verstehen und langfristige Veränderungen zu ermöglichen.
Die Psychoanalyse ist eine klassische Form der Psychotherapie, bei der unbewusste seelische Prozesse intensiv bearbeitet werden. Sie eignet sich für Menschen, die sich tiefgehend mit ihrer Persönlichkeit auseinandersetzen möchten.
Die Systemische Therapie betrachtet psychische Belastungen im Zusammenhang mit dem sozialen Umfeld, wie Familie, Partnerschaft oder Beruf. Der Fokus liegt auf Ressourcen, Beziehungen und Lösungsansätzen.
Systemische Therapie ist für Erwachsene anerkannt, wird jedoch derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Private Krankenkassen erstatten die Kosten teilweise.
Nein. Für eine psychotherapeutische Behandlung ist in der Regel keine Überweisung erforderlich. Gesetzlich Versicherte bringen bitte ihre Gesundheitskarte mit.
Im Erstgespräch werden die aktuellen Anliegen besprochen, offene Fragen geklärt und mögliche therapeutische Schritte erläutert. Danach kann in Ruhe entschieden werden, ob eine Therapie begonnen werden soll.